Lohnstudie 2022 von Robert Walters

20 Jan Gordian Hense

Lohnstudie 2022 von Robert Walters

Kandidaten wieder mit mehr Macht im angespannten Schweizer Arbeitsmarkt

Die Personalagentur Robert Walters veröffentlicht ihre Lohnstudie 2022 und mit ihr Ausblicke auf die Entwicklung der Löhne von Führungskräften sowie Tendenzen auf dem Einstellungsmarkt in der Schweiz.

  • Führungskräfte und Unternehmen werden sich einem Wettkampf um Talente ausgesetzt sehen, der so stark ist wie nie zuvor: Jede zweite Führungskraft zieht es in Betracht, im kommenden Jahr ihren Beruf zu wechseln.
  • Zwar ist die Entlohnung mittlerweile drittwichtigstes Kriterium für die Zufriedenheit von Führungskräften und viele von ihnen erwarten 2022 eine Lohnerhöhung, jedoch werden nur Kandidaten mit speziellen Fachkenntnissen in Positionen, die mit Fachkräftemangel konfrontiert sind, von deutlichen Lohnsteigerungen profitieren

 

DER LOHN STEHT IM ZENTRUM DES WETTKAMPFS UM TALENTE

Die Corona-Krise verändert die Prioritäten von Schweizer Führungskräften. Nach wie vor sind ihnen die Unternehmenskultur und flexible Arbeitsmodelle wichtig (erstes und zweites Kriterium für die Zufriedenheit von Führungskräften, sowohl 2021 als auch 2022), dennoch legen sie nun auch mehr Wert auf ihren Lohn. Tatsächlich ist die Entlohnung nun das drittwichtigste Kriterium für die Arbeitszufriedenheit von Schweizer Führungskräften, während sie davor nur auf dem sechsten Platz lag.

Nachdem sich die Wirtschaft erholt und der Einstellungsbedarf von Unternehmen erhöht hat, erwarten Führungskräfte eine Form der Anerkennung und der Angleichung. So gehen 36 % der Führungskräfte im Jahr 2022 von einer deutlichen Lohnerhöhung aus (das entspricht 13 Prozentpunkten mehr als in 2021) und 56 % rechnen mit einem Bonus.

„2021 hat uns allen gezeigt: Angesichts der aktuellen Inflation und des Wettkampfs um Talente wird eine Anpassung der Löhne erforderlich sein. Die Unternehmen müssen ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen den Lohnansprüchen der Führungskräfte und der Vorsicht, die sie in dieser immer noch ungewissen Situation an den Tag legen müssen, finden“, erläutert Christian Atkinson, Geschäftsführer von Robert Walters Schweiz.

Lohnstudie Robert Walters 2022

BINDUNG VON TALENTEN ALS OBERSTE PRIORITÄT DER UNTERNEHMEN

Zusätzlich zu ihren Ambitionen hinsichtlich ihrer Entlohnung zeigen sich die Schweizer Führungskräfte auch zuversichtlich, was die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt in ihrem Berufsfeld angeht (71 %): Jede zweite Führungskraft zieht es in Erwägung, im kommenden Jahr ihre Arbeitsstelle zu wechseln. Diese Bestrebungen bestätigen die Befürchtungen der Unternehmen, von denen sich 85 % um die Bindung ihrer Mitarbeiter sorgen.

Da sie sich der Personalknappheit auf dem Markt bewusst sind, können Führungskräfte eine neue Rolle und damit eine gewisse Vormachtstellung gegenüber Unternehmen einnehmen, welche bereits mit Schwierigkeiten bei der Personaleinstellung zu kämpfen haben. Tatsächlich zeigen sich 72 % von ihnen angesichts des Mangels an Kompetenzen und Talenten besorgt.

„Um auf diese Talentknappheit zu reagieren, müssen die Unternehmen noch flexibler werden. Der durch die Corona-Krise vorangetriebene technologische Fortschritt, insbesondere die Arbeit aus dem Home Office, hat Führungskräften vor Augen geführt, dass sie ihre Aufgaben auch über eine gewisse räumliche Distanz hinweg erledigen können. Unternehmen, die sich anzupassen wissen, werden in dieser neuen Arbeitswelt eine wichtige Rolle spielen und können dies nutzen, um über ihren üblichen Personalpool hinaus zu rekrutieren“, schätzt Guillaume Blanchin, Geschäftsführer von Robert Walters in Genf, die Situation ein.

Lohnstudie Robert Walters 2022

 

WELCHE BERUFE WERDEN 2022 BESONDERS RELEVANT SEIN?

Zahlreiche Positionen werden im Jahr 2022 besonders gefragt sein: Hierbei handelt es sich um Berufe, die ein hohes Mass an Fachwissen erfordern und häufig in Sektoren angesiedelt sind, die in den aktuell häufig unbeständigen Zeiten besonders in den Fokus rücken. Die grössten Lohnzuwächse sind im Bereich Technologie zu verzeichnen.

  • Die Stelle des Cyber Security Engineers wird 2022 die signifikanteste Lohnsteigerung erfahren (+17 %). Durch die wachsende Anzahl und Vielfalt von Cyberangriffen in der Schweiz wird Cybersecurity eine Hauptpriorität von Unternehmen, was sie dazu veranlasst, diesen besonders gefragten Experten höhere Löhne zu bieten.
  • Die Umstellung auf die Nutzung von Clouds im Zuge der digitalen Transformation betrifft mittlerweile sämtliche Branchen. Daher besteht eine hohe Nachfrage nach Cloud Engineers, deren Löhne um bis zu +8 % steigen können.
  • Zudem werden auch Berufe im Bereich der Datenverarbeitung von steigenden Löhnen profitieren (vor allem Data Engineer und Data Analytics Consultant, +7 %), während sich die Unternehmen auf Bewerber aus dem Bereich des Consulting fokussieren, um dem erhöhten Bedarf an technischen Fähigkeiten und Fachkenntnissen nachzukommen.

Auch Berufe im Finanzwesen bleiben nicht unberücksichtigt; so wird die Entlohnung von Tax Specialists, abhängig von deren jeweiliger Erfahrung, um bis zu +6 % steigen, da die Zahl von Transaktionen zunehmen wird.

Um die gesamten Ergebnisse der Lohnstudie nachlesen zu können, klicken Sie hier.

Methodik

  • Lohnstudie: Die Daten stammen aus Interviews, die die Personalagentur Robert Walters im Zeitraum von Januar bis Dezember 2021 mit Kandidaten und Kunden weltweit geführt hat.
  • Umfrage von Robert Walters: Für die Umfrage wurden im September und Oktober 2021 nahezu 400 Führungskräfte und Unternehmen in der Schweiz online befragt.

Über Robert Walters Schweizwww.robertwalters.ch

Robert Walters ist eine der weltweit führenden Personalberatungen und spezialisiert auf die Vermittlung  hochrangiger Fachkräfte des oberen und mittleren Managements in die folgenden Geschäftsbereichen:  Accounting & Finance, Legal, Banking & Financial Services, Technology, Procurement & Supply Chain und Consulting. Das Unternehmen hat ausserdem eine Interim Management-Tätigkeit entwickelt, um dringende und strategische Transformationen in Unternehmen (Change Management, Krisen, Internationalisierung…) zu leiten. Robert Walters verfügt seit mehr als 10 Jahren über spezialisierte Teams in der Schweiz, die auf die Standorte Zürich und Genf verteilt sind.

Bilder: Robert Walters, Andrew Neel von Unsplash

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